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Workshop "Freier Handel mit Menschen? Kleine und große Geschäfte mit Frauenhandel und Zwangsprostitution am Beispiel Rostock und Weißrussland" am 6. Juni 2007 im Rahmen des Alternativgipfels 2007

Veranstalterinnen: Terre des Femmes Städtegruppe Rostock
                           Unabhängiger Frauenverband Rostock
                           In Kooperation mit der Koordinierungsstelle CORA
 
Referat Claudia Franke
Referat Irina Gruschewa
Berichte aus der AG
Flyer

Menschenhandel und Zwangsprostitution ist vielleicht nicht das Hauptthema dieses Alternativen Gipfels. Deshalb wollte ich kurz auf zwei Punkte hinweisen, wieso wir Frauenhandel und Zwangsprostitution im Rahmen der Globalisierung bearbeiten. Zum Einen sehen wir die wirtschaftliche Seite, bei den momentan stattfindenden Globalisierungen geht's ja immer um Freihandel. Der Profit ist das heilige Gut an sich und die ethischen sozialen Aspekte erscheinen eher zweitrangig. Wir wissen natürlich: bei der Ausbeutung sind Menschenhandel und Zwangsprostitution im Extremfall auch der Fall. Dabei möchte ich darauf hinweisen, dass wir jetzt hier im Rahmen dieses Workshops vom Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sprechen. Es gibt natürliche viele andere Arten von Menschenhandel: hauptsächlich in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse (z.B. Zwangsprostitution) und in den Heiratshandel.

Der zweite Punkt, in dem die Globalisierung den Frauenhandel verstärkt oder befördert, ist natürlich das Gefälle zwischen Arm und Reich, sowohl zwischen den verschiedenen Ländern, als auch innerhalb der Länder. Und Frauen sind ganz besonders von diesem zunehmenden Unterschied zwischen Arm und Reich betroffen.

Wir haben jetzt zwei spezielle Ansätze für unseren Workshop: Das eine ist die wirtschaftliche Seite. Da geht es darum, speziell Zahlen für Rostock durchzurechnen, innerhalb Rostocks zu schauen, wie die Geldflüsse sind. Und das soll auch einen längerfristigen Nutzen haben, denn hier in Rostock, in M-V gibt es noch keine Fachberatungsstelle, die Opfer von Zwangsprostitution berät. Und deshalb wollen wir, dass die Arbeit, die wir heute hier zusammen machen, auch einen längerfristigen Nutzen hat, wir wollen das Erarbeitete nutzen für politische Lobbyarbeit.

Im zweiten Ansatz geht es uns sehr darum, den Menschen hier in Rostock die soziale Seite nahe zu bringen, nicht nur die wirtschaftliche Seite. Und dafür haben wir zwei Referentinnen eingeladen. Das ist Claudia Franke von der Fachberatungsstelle contra in Kiel/Schleswig-Holstein, die sich hier in Deutschland, einem Zielland von Menschenhandel, mit betroffenen Frauen beschäftigt.
Und wir freuen uns, dass Irina Gruscheva aus Minsk in Weißrussland zu uns gekommen ist, die in einem Aufklärungs- und Hilfsprojekt in Weißrussland aktiv ist und aus einem der Herkunftsländer der Menschenhandelsopfer berichten wird.
Nach den Eingangsreferaten wollen wir uns in kleinen Arbeitsgruppen zusammensetzen, um einzelne Aspekte genauer zu bearbeiten, um etwas mehr in die Tiefe zu gehen.

Ellen Kalmbach, Terre des Femmes, Städtegruppe Rostock